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Hagebutten – Superfood für super Ponys

Aktualisiert: Sept 30

Wer kennt sie nicht, die blutroten Knallbonbons, die von September bis in den Winter hinein viele Wildrosen verschönern? Die Scheinfrüchte von Hundsrosen, Kartoffelrosen, Buschrosen, Feldrosen, Filzrosen und anderen sind ultimative Vitaminbomben in Zeiten, in denen der Energiegehalt von Pflanzen im allgemeinen eher nachlässt. Nicht nur für Pferde, auch für Menschen und viele andere Tiere sind Hagebutten wahre Vitamin-Booster mit Heilkraft. Und das beste daran ist: die Superfood-Leckerlis gibts meistens zum Nulltarif :-).



Bei uns auf der Ponywiese zählen Hagebutten zum Standardfutterzusatz in der Herbst- und Winterzeit. Wir pflücken sie, wo immer wir sie finden können (zum Glück hat der alte Herr eine gut 5 Meter breite und rund 30 Meter lange Heckenrosenhecke, die wir plündern können) und servieren sie wie Smarties als Topping über dem Kraftfutter.


Warum wir Hagebutten lieben?

Hagebutten sind wahre Vitaminbomben

Es gibt sogar ein Volkslied über sie: "Ein Männlein steht im Walde" – wer kennt es nicht?! Zurecht wird auf die kleinen Früchte ein Loblieb gesungen! Denn Hagebutten ...

  • enthalten super viele Vitamine, vor allem Vitamin C (100 gr können zwischen 400-5.000 mg enthalten, Zitronen haben deutlich weniger: nur etwa 53 mg/100 gr), liefern aber auch jede Menge Provitamin A, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin K

  • spenden wertvolle Mineralien (z. B. Eisen, Calcium, Magnesium, Natrium)

  • liefern entzündungshemmende Substanzen (Galaktolipide)

  • beinhalten Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide wie den roten Pflanzenfarbstoff Lykopin (gehört zu den Antioxidantien), die vor schädlichen freien Radikalen schützen.


Seit Jahrhunderten weiß man um ihre Energie und Heilkraft. Jede Hagebutte ist ein kleiner Schatz für die Gesundheit, quasi ein natürliches Vitaminbonbon – nicht nur für Pferde. In der Naturheilkunde und als Nahrungsergänzung spielten sie schon im Mittelalter eine wichtige Rolle. Und nahezu alle Wildtiere peppen mit ihnen ihren Vitaminhaushalt im Winter auf. Denn ...

Hagebutten haben Superkräfte!

Als gesunder Snack stärken sie das Immunsystem und helfen Infekten vorzubeugen. Sie

  • wirken tonisierend, vitalisierend und knochenstärkend sowie

  • entzündungshemmend, schmerzlindernd, antioxidativ und membranstabilisierend, so dass sie phrophylaktisch und kurativ bei Arthrose und rheumatischen Beschwerden helfen, Arteriosklerose entgegenwirken, die Gefäße festigen (z. B. bei Venenleiden), gegen Zahnfleischbluten und Parodontose wirken, die Sauerstoffversorgung der Körperzellen verbessern und sogar gegen Krebszellen vorgehen können.

  • besänftigen Magen & Darm durch Heilungsprozesse an den Schleimhäuten.

  • helfen gegen innere Unruhe, Nervosität und bei psychischer Belastung (z. B. Stallwechsel, Turnier).

  • wirken harntreibend und entwässernd (altes Hausmittel gegen Nierensteine und Harnwegsinfekte – ein Tee aus Hagebuttenschalen wirkt spülend).

  • fördern das Wachstum des gesunden Hufhorns

und unterstützen den Stoffwechsel insgesamt (sind z. B. cholesterinsenkend, sorgen für ein schönes Hautbild, helfen den Tieren im Fellwechsel uvm.).


Wie füttert man denn Hagebutten?

Im Grunde ganz einfach: von der Hand ins Pony :-)


Während reife Hagebutten für uns roh eher ungenießbar sind (sie sind extrem sauer und die kleinen Widerhaken an den Kernen jucken und kratzen im Hals, weshalb wir sie eher zu Tee, Marmelade oder Chutney verarbeiten), sind sie für viele Pferde ein Leckerbissen. Hat man das Glück, dass Wildrosen an der Weide wachsen, pflücken manche sie sogar direkt vom Strauch.

Unsere Ponys sind im Sommer ganz wild auf gesenste Disteln und Brennesseln – offenbar sind die roten Riesenperlen ihre Pony-AHOI-Brause in Winteredition ...

Andere wiederum fressen die roten Heinzerleins als Leckerli auch aus der Hand. Es gibt aber auch Ponys, die bei dem säuerlichen Geschmack des Juckpulvers im Maul die Nüstern rümpfen. Ihnen mischt man am besten ein paar getrocknete Hagebutten ins Futter.



Und wie viele Bio-Bonbons dürfen es sein?

Tatsächlich gilt wie bei so vielem: Weniger ist mehr! Mit der Dosierung ist es so eine Sache. Das natürliche Superfood hat es ganz schön in sich. Deshalb reicht eine Hand voll Hagebutten am Tag für ein größeres Pferd vollkommen aus. Für Ponys sollte es besser nur eine Kinderhand sein. Denn wenn die Vitaminspeicher voll sind, sind sie voll und letztlich ist übermineralisiert nicht unbedingt viel besser als untermineralisiert.


Wer jetzt traurig auf seinen vollen Eimer blickt, für den gibt es eine gute Nachricht:

Man kann die Früchte der Rosensträucher einige Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Um die Vitamine zu erhalten, ist das Einfrieren der frisch geerntete Hagebutten optimal. Häppchenweise aufgetaut kann man sie so den ganzen Winter über füttern.


Eine weitere Vorratsvariante ist das Trocknen in Büscheln. Auch wenn durch das Aufhängen der Zweige der Vitamingehalt sinkt, bleibt es noch immer eine gesunde Knabberei – mit der man sehr gut auch Vögel beschäftigen kann.


Hagebutten kann man im Backofen trocknen. Geht aber nur, wenn man sie vorher aushöhlt (s.u. Teerezept). Ansonsten hat man nach 5 Stunden bei 100 Grad kleine Antipasta-Berrys, die weder hinsichtlich Haltbarkeit, noch Lagerung noch als Knuspersnack überzeugen ... ;-)

Wie gesagt, natürlich helfen die kleinen Fitness-Bonbons nicht nur Ponys durch die dunkle Jahreszeit. Viele Wildtiere, vor allem Vögel und kleine Nagetiere, genauso wie Haustiere (z. B. Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Hunde und Katzen) freuen sich über die Kraft der roten Waldmänner (für Hunde und Katzen eignet sich am besten ein kleiner Teelöffel Hagebuttenpulver im Futter – bei Katzen bitte nicht überdosieren!).

Wann genau sind Hagebutten reif?

Leicht einzudrücken – leicht abzupflücken!


Reif sind Hagebutten, wenn die Schale auf Fingerdruck leicht nachgibt und sie sich easy vom Ast ablösen. Greift bei der Ernte bitte nur zu unbelasteten Früchten. Hagebutten vom Straßenrand sind leider oft auch reich an Schadstoffen. Bitte verfüttert auch keine Hagebuttenzweige aus Blumengeschäften, die aus optischen Gründen mit Chemikalien behandelt werden. Aber auch für biologisch wertvolle Gartenfrüchte gilt: alles einmal gründlich waschen, damit keine Bakterien (z. B. aus Vogelkot) oder Parasiten verfüttert werden.


Und jetzt? Ab in die Natur und fleißig sammeln!

Für Euch, Eure Tiere, Wildvögel oder Ponys


Da sich für die meisten Eurer Haustiere Pulver aus dem Handel besser eignet, sammelt doch einfach für die Vögel, die bei uns überwintern. Oder für Eure Hasen. Oder unsere Ponys :-).

Zum Dank an alle, die zum Pflücken ausrücken, gibt es jetzt noch ein kleines Tee-Rezept. Denn gesund durch den Herbst zu kommen, ist zu Corona-Zeiten ganz besonders wichtig ...



Hausgemachter Hagebutten Tee

  1. Hagebutten waschen, die Stiele entfernen und die Früchte vorsichtig mit einem scharfen Messer halbieren.

  2. Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Dabei unbedingt Einmalhandschuhe tragen, um eine Hautreizung zu vermeiden.

  3. Fruchthüllen auf ein Backblech legen und bei niedriger Hitze (40-50 Grad) etwa 5 Stunden im Backofen trocknen.

Die getrockneten Samenschalen trocken und dunkel lagern. Pro Tasse 2 TL in ein Teesieb geben und mit 250 ml Wasser übergießen. 8 Minuten abgedeckt ziehen lassen und bei Bedarf mit Honig süßen.


Funktioniert natürlich auch, wenn Ihr in der Apotheke getrocknete Schalen kauft :-)




Alles Liebe

Anna und Jessy




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